Liebe Emma, lieber Moritz. Der Kirschbaum in unserem Garten ist ein kleines Wunder. Den Baum gab es schon, als wir im Haus eingezogen sind, keine Ahnung, wie alt er ist. Er hat trockene unförmige Äste, und ist optisch nun wirklich kein Hingucker. Dieser kleine Baum hat uns aber jahrelang mit einer beeindruckenden Ernte erfreut – sage und schreibe 10 kg Kirschen haben wir jedes Jahr im Juli geerntet. Es gab Kuchen, Clafoutis, Grütze – ich wusste schon gar nicht, was ich mit dieser Menge an Kirschen anstellen soll. Sie landeten dann im Gefrierfach, und wurden regelmässig zur Confiture verarbeitet. Es ist auch dem Baum zu verdanken, dass Sauerkirschen-Confi Emma’s Liebling geworden ist. Und dann passierte es – vielleicht hat der Kirschbaum die Konkurrenz der Glyzinie nicht vertragen, oder er ist zu alt geworden. Jedenfalls gab es dieses Jahr genau 333 g Sauerkirschen. Und da kam mir dieses wunderbare Gericht in den Sinn – Varenyky mit Sauerkirschen.
Ihr kennt schon den Film „Ratatouille“, und wisst, dass dies mein Lieblingsfilm ist. Ich mag die Philosophie „Jeder kann kochen“, und dass Träume, die einem unerreichbar scheinen, sehr wohl in Erfüllung gehen, wenn man alles dafür tut. Es gibt eine Szene im Film, in der der Restaurant-Kritiker den ersten Biss von Ratatouille probiert, und sich Bilder aus seiner Kindheit in seinem Kopf abspielen. Genau so geht es mir mit diesem Gericht 🙂 Meine beiden Omas hatten Kirschbäume in ihrem Garten. Als ich meine langen Sommeferien bei ihnen verbracht habe, gab es oft diese Sauerkirschen-Varenyky. Für mich sind sie DER Geschmack vom Sommer – und von Kindheit.
Und hier geht es zu unserem Familienrezept:
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