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Torte „Mönchshütte“ – mood colour white

Liebe Emma, lieber Moritz. Würden wir unser aktuelles Moodboard erstellen, wäre er schneeweiss. Mit euch entdecken wir gerade die Schlittelpisten in unserer Gegend, ihr lernt Schlittschuhlaufen, und bald steht Skischule auf dem Programm. Ich bin ein Sommermensch, aber mit euch macht auch der Winter richtig Spass. Schneeweiss ist auch die Farbe dieser Torte. Meine aktuelle Kochphase könnte man nostalgisch nennen. Vielleicht liegt es daran, dass eure Oma uns jetzt häufig besucht und mit ihren Gerichten verwöhnt. Vielleicht ein wenig an der aktuellen gesellschaftlichen Situation, in der man sich nach sicheren Werten sehnt. Jedenfalls, während ich normalerweise immer neue Gerichte ausprobiere, koche ich gerade die alten, die aus meiner Kindheit, nach. Und stelle fest, dass sie noch genau so gut schmecken, wie damals. Diesen Kuchen habe ich das letzte Mal sicher vor 20 Jahren gegessen. In meiner Schulzeit gab es ihn praktisch zu jeder Feier. Ich liebe die Kombination aus Sauerkirschen und Crème fraîche. Sie verlangt etwas Übung ab, und ist auch etwas aufwendig in der Herstellung, das Ergebnis ist es aber allemal wert. Weiter geht’s …

Krapfen mit Rosenkonfi – unser zweiter Heiligabend und das Bewahren einer Familientradition

Liebe Emma, lieber Moritz. Heiligabend ist in meiner aus der Ukraine stammenden Familie die allerschönste Tradition. In meiner Kindheit haben wir uns jedes Jahr am orthodoxen Heiligabend am 6. Januar bei meinem Grosspapa Mykola und meiner Grossmama Sinaida versammelt. Es wurde gekocht, gelacht, Klavier gespielt, gesungen, bis in die Nacht gequatscht und natürlich geschlemmt. Mein allerliebstes Gericht an diesem Abend waren diese Krapfen (ukrainisch: pontschyky). Jedes Jahr hat sich die gleiche Szene abgespielt: meine Oma sitzt am Herd, backt die Krapfen aus, einige stappeln sich bereits auf einem Teller und warten darauf, noch warm gegessen zu werden. Obwohl uns ihr Rezept vorliegt, kommen wir immer noch nicht ganz an Oma’s weltbeste Krapfen heran. Aber wir sind schon nahe dran. Was ich an ukrainisch-orthodoxen Weihnachten so mag, sind die kleinen Rituale und Traditionen, die über Jahrzehnte von Generation zu Generation weitergegeben werden. Dieses Jahr hatten wir das Glück, dass eure Grossmama bei uns zu Besuch war. So haben wir zum ersten Mal mit euch diesen Heiligabend mit allem was dazu gehört gefeiert. Es liegt mir viel …

Glückskekse – same procedure as every year

Liebe Emma, lieber Moritz. Seit gestern schreiben wir das Jahr 2022 – unser sechster Silvester mit euch. Ich feiere gerne Silvester – für mich ein Symbol des Neubeginns, und ich mag Neubeginn in jeglicher Hinsicht. Am liebsten verbringe ich Silvester in unserem kleinen Familienkreis. In diesem Jahr hatten wir sogar das Glück, dass auch unsere Grossmama aus der Ukraine mitgefeiert hat. Diese Glückskekse gehören zu einem Silvesterabend bei uns dazu. Ich bin jedesmal überrascht, wie gut die Sprüche passen. Dieses Jahr habe ich eine Reise gezogen – und ich liebe reisen. Kulinarisch gesehen darf es bei Apéro-Häppchen noch etwas aufwendiger sein – mit selbstgemachten Blini zum Kaviar und dem weltbesten Brioche zu Foie Gras. Der Hauptgang hingegen sollte möglichst keine Vorbereitung abverlangen – es bleibt also bei den Klassikern wie Fondue Chinoise, Käse-Fondue oder Raclette. Was für uns sonst noch zu einem gelungenen Silvester dazu gehört: Eine Tischbombe, beziehungsweise zwei – für euch Kaviar auf selbstgemachten Blini mit Sauerrahm – für mich Salat Olivier, hierzulande als russischer Salat oder in Piemont als Insalata russa bekannt. …