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Krapfen mit Rosenkonfi – unser zweiter Heiligabend und das Bewahren einer Familientradition

Liebe Emma, lieber Moritz. Heiligabend ist in meiner aus der Ukraine stammenden Familie die allerschönste Tradition. In meiner Kindheit haben wir uns jedes Jahr am orthodoxen Heiligabend am 6. Januar bei meinem Grosspapa Mykola und meiner Grossmama Sinaida versammelt. Es wurde gekocht, gelacht, Klavier gespielt, gesungen, bis in die Nacht gequatscht und natürlich geschlemmt. Mein allerliebstes Gericht an diesem Abend waren diese Krapfen (ukrainisch: pontschyky). Jedes Jahr hat sich die gleiche Szene abgespielt: meine Oma sitzt am Herd, backt die Krapfen aus, einige stappeln sich bereits auf einem Teller und warten darauf, noch warm gegessen zu werden. Obwohl uns ihr Rezept vorliegt, kommen wir immer noch nicht ganz an Oma’s weltbeste Krapfen heran. Aber wir sind schon nahe dran. Was ich an ukrainisch-orthodoxen Weihnachten so mag, sind die kleinen Rituale und Traditionen, die über Jahrzehnte von Generation zu Generation weitergegeben werden. Dieses Jahr hatten wir das Glück, dass eure Grossmama bei uns zu Besuch war. So haben wir zum ersten Mal mit euch diesen Heiligabend mit allem was dazu gehört gefeiert. Es liegt mir viel …

Kartoffelpuffer mit Crème fraîche – aussen knusprig, innen weich

Liebe Emma, lieber Moritz. Ein weiteres Gericht, welches zum Standard-Repertoire in unserer Familie gehört. Ein Seelenwärmer für kalte Herbsttage. Ihr mögt diese einfachen Kartoffelpuffer (ukrainisch: deruny) sehr, deshalb gehören sie auch in eures Kochbuch. Neulich, nach einem langen Arbeitstag fuhr ich nach Hause, und wurde von eurem Grossmami, meiner Mutter, mit einem Teller frisch ausgebackener Kartoffelpuffer empfangen. Ein Gefühl von Wärme und Geborgenheit kommt in einem auf – egal in welchem Alter. Nun zu unserer Familienversion der Kartoffelpuffer, die schon meine Oma für mich zubereitet hat – auf dem Bild ist auch ihr Silberbesteck. Richtig gut schmecken sie direkt ab der Pfanne und mit viel Crème fraîche dazu – Beilage Nummer 1 bei vielen ukrainischen Gerichten.

Hering im Pelzmantel – mein persönliches Soulfood

Liebe Emma, lieber Moritz! Immer wenn eure Oma uns für ein paar Wochen besuchen kommt, stelle ich im Vorfeld eine Menü-Liste zusammen mit verschiedenen Gerichten aus meiner Kindheit. Diese arbeitet unsere liebe Oma dann fleissig ab. So wie jetzt auch wieder. Ein Gericht steht meist auf der Liste – Hering im Pelzmantel (russisch: Селедка под шубой), oder russischer Schichtsalat. Dies ist mein persönliches Soulfood. Ich kenne niemanden in meiner alten Heimat Ukraine, der diesen Salat nicht mag. Genauso, wie ich in der Schweiz niemanden kenne, der ihn mag. Hering, gepaart mit einer dicken Schicht Mayonnaise, ist hierzulande nicht jedermanns Sache. Deshalb verspeisen eure Oma und ich diese Köstlichkeit und Überbleibsel der UdSSR-Zeit zu zweit – euren Papi konnten wir bisher nicht dafür begeistern. Und so geht er …